Nach dem Refit kam für die Jaguar 22 Mausel der entscheidende Moment: ab zur Slipstelle und zurück ins Wasser. Dieser Beitrag dokumentiert das Zuwasserlassen, das Maststellen und die ersten Eindrücke direkt zum Saisonstart.
Endlich ist es soweit. Die Spannung steigt und es geht in Richtung Wasser. Was einem jetzt alles durch den Kopf geht…
Als erstes haben wir das Boot auf dem Trailer gesichert, anschließend den Mast aufs Boot gelegt und ebenfalls gesichert. Ab zur Slipstelle und das Boot zu Wasser lassen. Und siehe da, es schwimmt !!! Juhu, es ist alles dicht. Noch schnell den Mast gestellt (Danke an Papa, Anika und Alex) und die Saison kann beginnen. Was für ein tolles Gefühl. Und das Beste: Das alles noch bevor der Flughafen Berlin fertig ist. 😉 Eine erste kleine Ausfahrt war ebenfalls erfolgreich und sehr abenteuerlich. Beim Slippen hat sich das Brett, auf dem der Kiel liegt, unter dem Boot verklemmt und kam erst auf der Weser wieder zum Vorschein. Wir haben es eingesammelt und in Zukunft wird es an den Trailer fest geschraubt. Leider ist der Trailer nur bedingt sliptauglich. Es stehen noch ein paar Modifikationen an. 🙂 Es gibt immer was zu tun… Beim rausfahren aus dem Hafen, haben wir gleich noch eine Angel mitgenommen. Es ist mir ein Rätsel, wieso mitten in der Hafeneinfahrt geangelt wird, bzw. die Angel und die Hafeneinfahrt dann nicht mal im Auge behält. Aber am Ende des Tages zählt, das Mausel wieder im Wasser ist und schwimmt. Die Freude ist sehr groß.
Da die neue Kugel nun auf das passende Maß gedreht wurde, war klar dass das alte Rohr im Rumpf bleiben kann. Ansonsten hätte ich das Rohr aus dem Rumpf ausbauen müssen und ein passenden Rohr gesucht. Aber so gefällt mir die Lösung etwas besser.
Zum ausbauen habe ich den Rumpf mit dem Dremel bearbeitet um an die Achse zu gelangen. Das obere Loch ist die Achse, bei dem unteren Loch habe ich zu tief gedremelt und bin unter dem Rohr durch gekommen. Wird später alles schön zugespachtelt.
Es war übrigens aller höchste Zeit die Kugel zu tauschen.
Auf den Bildern ist es leider etwas schlecht zu erkennen, aber die alte Kugel war bereits bis auf die Achse durch. Das heißt das Seil lief nicht mehr über die Kugel, sondern über die Achse.
Bei der neuen Kugel von Catalina war eine Kunststoff hülse dabei, welche als Lager dient. Bei der Alten Kugel war so etwas nicht vorgesehen. Hier lief die Kugel direkt auf der Achse.
Hier noch ein Vergleich der alten (vermutlich Original Achse) und der Achse von Catalina. Diese musste ich um ca. 5mm kürzen, damit sie nicht über das Rohr hinaussteht.
Jaguar 22 Refit: Dieser Arbeitsschritt gehört zum Refit von Mausel. Weitere passende Arbeiten findest du unter Kiel und Kielwinsch.
Da wir in eine andere Halle umziehen mussten, musste ich mir Gedanken machen, wie und wo ich am besten Mastlager. Am sinnvollsten ist es den Mast aufzuhängen, damit er nicht im Weg liegt. Traumhaft wäre eine Konstruktion, mit der ich Einhand (also alleine) den Mast einlagern und auslagern kann. Also ab in den Baumarkt und erst mal zwei Stabile Winkel besorgt. Dazu noch ein paar Meter Seil, zwei kleine Klampen und zwei Umlenkrollen. Wie auf den Bildern zu erkennen kommen die Winkel in die gewünschte Höhe. An die Spitze der Winkel habe ich je eine Umlenkrolle montiert und das Seil durchgezogen. Nun habe ich das eine Ende um den Mast geknotet, das ganze natürlich zwei Mal, an jedem Winkel. Nun kann ich Stück für Stück den Mast nach oben ziehen und das Seil an der Klampe belegen. Oben angekommen hängt der Mast natürlich noch unter dem Winkel. Nun kann ich mit einer Leiter nach oben klettern und den Mast auf den Winkel legen. Das Seil bleibt an dem Mast geknotet. Zur Sicherheit habe ich den Mast noch mal an dem Balken fixiert. Fertig ist mein Mast Lager.
Jaguar 22 Refit: Dieser Arbeitsschritt gehört zum Refit von Mausel. Weitere passende Arbeiten findest du unter Refit chronologisch.
Nachdem die Beschläge demontiert waren, kam der Zustand zum Vorschein. Mehrere verschiedene Sorten Dichtungsmittel, teilweise abgeplatzte Stellen im Gelcoat und war leider noch schlimmer war: hohle Stellen im GFK. Ich konnte erst mal das gesamte Deck abklopfen und alles markieren was hohl klingt. Mit dem Griff von einem Schraubendreher kann man das ganz gut herausfinden. Schnell bekommt man ein Gefühl dafür, was hohl ist und was nicht.
Warum der Aufwand? An den Stellen an denen es hohl klingt, ist eine lange Zeit Wasser und Feuchtigkeit eingedrungen. Vermutlich durch eine der Bohrungen die dort in der Nähe sitzt. Dieses Wasser hat mit der Zeit dafür gesorgt, dass sich der Balsakern auflöst. Das Balsaholz zersetzt sich mit der Zeit und löst sich quasi in Luft auf (genau genommen wird es durch das Wasser aufgelöst und heraus gespült). Jede Bohrung an Deck hat in der Regel einen Grund, z.B. Befestigung der Stage, Wanten oder Beschläge. Durch den fehlenden Kern zwischen den GFK Schichten ist dieser Bereich nun sehr weich und es kann hier zu weiteren Beschädigungen kommen.
Wie ich dagegen ankämpfe, wirst du in den nächsten Beiträgen erfahren.
Jaguar 22 Refit: Dieser Arbeitsschritt gehört zum Refit von Mausel. Weitere passende Arbeiten findest du unter Deck Refit.
Wir haben in einer Gemeinschafts Halle einen Stellplatz für Mausel.
Hier ist es so, dass einmal im Jahr die Boote neu sortiert werden. Es kann also sein, dass man einmal im Jahr innerhalb der Halle (oder auch in eine andere Halle) umziehen muss.
Um sich darauf einzustellen, habe ich mir einen Werktisch auf Rollen gebaut, um flexibel die Position dieses ändern zu können.
Bei ebay-kleinanzeigen fand ich einen stabilen Tisch und ein paar Unterschränke von der Bundeswehr. Die Unterschränke sind Abschließbar und kann unwichtige Sachen auch in der Halle.
Als unterbau dient eine 15mm Siebdruckplatte mit Rollen. Insgesamt habe ich fünf Rollen verbaut. Zwei starre Rollen (rechts) und drei lenkbare Rollen (links und eine in der Mitte).
Die Unterschränke stehen nur lose auf der Platte. Da der Tisch aber runterrutschen würde habe ich mir im Baumarkt vier Vierkanttischbeine (ca. 15cm lang) besorgt. Diese habe ich auf die Siebrduckplatte geschraubt. Die Tischbeine vom Werktisch hatten Schwarze Kunststoff Füße. Diese habe ich entfernt und die kleinen Tischbeine aus dem Baumarkt passen genau von der Größe hinein.
Ich habe also an allen vier Ecken der Siebdruckplatte die kleinen Füße angeschraubt, sodass diese nach oben zeigen. Nun kann ich den Werktisch von oben aufsetzten und die Füße werden ineinander geschoben. Somit kann der Tisch nicht mehr wegrutschen. Die Maße der Tischplatte sind 156cm x 78cm x 3cm.
Jaguar 22 Refit: Dieser Arbeitsschritt gehört zum Refit von Mausel. Weitere passende Arbeiten findest du unter Refit chronologisch.